Urlaub

Donnerstag, 26.09.2013

ich bin momentan im Urlaub bzw. auf Reisen, daher ist dieser Blog aktuell geschlossen!:-)

 

Fußball in Kumasi und Star-Treffen

Samstag, 14.09.2013

Am Donnerstag haben wir (Bright, Julia und ich) uns das Training vor dem wichtigen WM-Quali-Spiel gegen Sambia angeschaut. Das Training war verdammt gut besucht.. aber für so ein fußballverrücktes Land auch nicht weniger verwunderlich. Die Stimmung war richtig gut. Und auch Prince Boateng sowie die anderen internationalen Stars wie Essien oder Ayew haben mittrainiert. Nur Boatend hat sich dann irgendwann zurückgezogen, weil er wohl von einem Training in Accra noch verletzt war.

Training am Vortag Kevin Prince Boateng Fans beim Training am Vortag

Nach dem Training hatten wir uns dann mit Dr. Abass, dem Mannschaftsarzt der ghanaischen Mannschaft verabredet, der mir dann auch die Tickets geben wollte. Zum Treffen hat er uns dann ins noble Mannschaftshotel bestellt.

Hotel der Mannschaft

Am Hotel angekommen hätten wir einfach aussteigen sollen und schnurstracks, als wären es wie selbstverständlich, ins Hotel gehen sollen, leider haben wir da zu spät dran gedacht und haben uns erstmal nur zu den anderen Wartenden "Schaulustigen", die es bis aufs Hotelgelände geschafft haben, davor gestellt und auf Dr. Abass gewartet. Anschließend konnten wir natürlich schlecht so tun, als wären wir Hotelgäste. Zum Glück kam dann irgendwann der Drummer, der Mannschaft - ja, die haben einen mannschaftseigenen Drummer zum motivieren und um die Mannschaft in die richtige Stimmung zu bringen - hat sich draußen ein wenig umgeschaut. Nachdem er uns (weiße) erblickt hat, ist er auf uns zugekommen und hat uns angesprochen, ob wir auf jemanden warten. Nach einer kurzen Erklärung hat er gesagt, wir sollten doch auf jeden Fall drinnen warten. Also konnten wir an der Security vorbei und uns schön nach drinnen in die Lobby setzen. Und dort war dann zwischendurch viel los...

 

  Bright gibt vor eine Zeitung zu lesen Der Drummer der Mannschaft Langabel

 

Nachdem wir uns noch kurz mit Langabel, dem Drummer, unterhalten haben und auch noch ein Foto geschossen haben, haben wir uns interessiert umgeschaut und uns unterhalten. Und nach und nach kamen wohl auch mehr "Promis" in die Lobby. Wobei ich natürlich nie einen erkannt habe. Nur Bright meinte die ganze Zeit, wow!! das ist der und der.. und wow!! da ist der sowieso.. . Naja und nachdem ich ihn dann irgendwann überzeugen konnte, dass ich ein Bild von ihm und einer der Promis machen könne sind wir dann zu Lil Win oder lil wayne wie er wohl auch genannt wird, gegangen und haben nach einem Foto gefragt. Und irgendwie fingen die Leute dann auch an Bilder von mir zu machen oder Bilder von mir und sich selbst zu machen. Wobei ich nicht weiß, ob sie dachte, ich wäre auch ein Promi, oder ob es mehr darum ging, dass ich "weiß" bin und ziemlich groß. Und dann kam auch noch der Produzent von Lil Win und wollte unbedingt ein Bild von mir und Lil Win:-) Naja, anschließend hat er noch versucht, sich mit uns zu unterhalten, aber dadurch, dass er kein English konnte, war es ein wenig schwierig. Aber einer seiner Schauspieler hat sich dann mit uns unterhalten und teilweise übersetzt. Naja, irgendwann kam dann auch Dr. Abass und hat uns unsere Tickets gegeben, die inzwischen in der Stadt kaum noch zu kriegen waren oder nur für den 8-fachen Preis. Wobei man aber auch sagen muss, dass hier die günstigste Karte 4 Cedis kostet, also gerade mal irgendwas zwischen ca. 1,60€ und die teuerste Karte die man kaufen konnte, die VIP Karte, 20GHC, also 8 €.

Comedystar lil win bzw. lil wayne.. Comedystar nr. 2

 

Am nächsten Tag waren wir dann erst, wie schon beschrieben, am See und anschließend beim Spiel. Die Stimmung im Stadion war unglaublich gut und hauptsächlich friedlich. Gar nicht so, wie man es aus deutschen Stadion teilweise kennt.. dass die Stimmung manchmal etwas aggressiv wirkt. (natürlich nur einige der Fans). Generell wird hier mehr gefeiert und getanzt.. und aggressivität gab es nur, bzgl. einiger Sitzplätze, aber sonst alles in allem sehr friedlich und wie gesagt, eine tolle Stimmung, mit kleinen Vuvuzelas. Hier mal ein paar Bilder aus dem Stadion:

Begrüßung der MAnnschaften Nationalmannschaft Sambia Begrüßung der MAnnschaften Ghanaische Fans Ghanaische Fans Ghanaische Fans Fans sitzen auf dem Geländer..

Zudem habe ich eine Gruppe netter Kanadier kennengelernt, die letztlich sogar den Schwarzmarktpreis für die Tickets bezahlt haben und sich komplett mit Fan-Utensilien eingedeckt haben, von denen sie einige an mich abgetreten haben, weil es ja nicht sein kann, dass ich ganz ohne aufgetaucht bin:-) Insgesamt kann man sagen, dass sie, obwohl sie die Regeln nicht wirklich kennen, sehr begeistert waren. Das kann zum einen aber auch an der generellen Stimmung im Stadion gelegen haben, oder an ihren Getränken, die sie wohl schon den ganzen Tag getrunken haben;-)

Gruppe der Kanadier kanadische truppe 2

 

Nach dem Spiel ging es dann zurück zum Hotel.. und abends wollten wir dann noch was unternehmen, aber jeder Club hatte irgendwie zu und anschließend war auf den Straßen auch nicht mehr soviel los, außer an einer kleiner Outdoorbar, in der wir auf drei Hannoveraner gestoßen sind.

Kumasi und lange Rückreise mit Eskorte

Dienstag, 10.09.2013

Hier ein paar kurze Eindrücke von Kumasi: (In den Bildtexten stehen weitere Inormationen)

 

Verkehr mit vielen TrotrosBelieferung der Stände

 

Blick runter auf das zentrum von Kumasi und einen Teil des Zentralmarktes Eine Straße die einfach irgendwo endet, bzw. aufgrund von Erosion das Ende abgetragen wurde Im Hintergrund ein Müllberg

 

 

Ich habe ja schon häufiger erwähnt, dass die Müllsituation hier teilwese sehr schlecht ist und hier überall Müll rumliegt. In Tamale wird wohl jeden Moregn der Müll entfernt jedoch fällt das nicht auf, da, wenn man tagsüber wieder durch die Stadt läuft, wieder alls zugemüllt ist. Das Problem ist zum einen, dass es hier prinzipiell eigentlich keine Mülleimer oder ähnliches gibt. Aber auch, wenn es Mülleimer geben würde, frage ich mich, ob die Leute es hier nicht trotzdem einfach, auch aus Gewohnheit, wieder auf die Straße schmeißen. Naja, aber in Kumasi habe ich endlich mal eine Mülltonne gefunden. Und wie es der Zufall will, kommt diese sogar aus Deutschland;-)

 

Mülltonne aus Deutschland

 

Rückweg nach Tamale:

  Bus für den Rückweg, Ziegen kommen einfach zum Gepäck und mussten letztlich 10 Stunden dort unten auf kleinstem Raum verbringen:-(

 

Da wir so spät (ca. 16Uhr) in Kumasi aufgebrochen sind, sind wir im Dunkeln in Kentampo angekommen. Und weil es im Norden nachts auf solchen Straßen wohl nicht allzu sicher ist, mussten wir in Kentampo eine Pause von 2 Stunden machen. Das ist wohl üblich und es geht darum, relativ viele Busse und LKWs zu sammeln um dann mit einer Polizei Eskorte in den Norden zu fahren. Während der Pause habe ich mich aber gut mit erst einem kleinen aber sehr intelligenten Jungen unterhalten und anschließend noch mit zwei Männern, die sich zu uns gesellt haben. Insgesamt muss ich auch sagen, war die Pause ganz schön, da eben relativ viele zusammengekommen sind und die ganzen Marktfrauen uns mit Speisen etc. eingedeckt haben, sofern man denn auch etwas gekauft hat (ich hatte mich ganz Neumann-typisch schon vorher gut eingedeckt ;-) ) Aber die Stimmung war eigentlich großartig.. vielleicht vergleichbar mit einem großen Straßenfest, und die Ghanaer sind, wie bereits mehrfach erzählt, sehr offen, dass man auch gut ins Gespräch kommt.

 

Dumm war nur, dass ca. 2km hinter Kentampo unser Bus schlapp gemacht hat und uns alle anderen überholt haben und weiter gefahren sind. Sodass wir letztlich doch alleine, nachdem der Bus wieder halbwegs fahrtüchtig war, Richtung Norden aufgebrochen sind. Und zwischendurch ist unser Bus immer wieder mal stehen geblieben, und mussste repariert werden.. Alles in allem hat die Fahrt dann statt 6 Stunden ganze 10 Stunden gedauert. Aber wir sind heile in Tamale angekommen.

 

Zwischenstation Kentampo

wohl größter See Ghanas

Dienstag, 10.09.2013

Am folgenden Morgen sind wir auf zum Bosumtwi See gefahren, dem angeblich größten See in Ghana. Der Weg dorthin war etwas aufwendig und ich glaube, der Taxifahrer war im Endeffekt auch nicht ganz so erfreut, dass er sich bereit erklärt hat, uns dorthin zu bringen. Denn auf dem Rückweg ist das Auto alle gefühlten 2 km ausgegangen. Zudem sind wir noch in eine große Polizeikontrolle gekommen, die uns ganze 10GHC gekostet hat. Wo genau das Problem lag, konnte ich nicht herausfinden, angeblich, ging es nur darum, etwas Geld zu verdienen, was hier auch relativ typisch ist. So hat beispielsweise bei einer Fahrt mit einem Trotro der Fahrer bei einer Kontrolle 1GHC in seine Papiere gelegt um weiterfahren zu dürfen. Aber zurück zu dieser Kontrolle: der Taxifahrer hat sich die ganze Zeit gesträubt seine Papiere herauszurücken. Entweder waren sie nicht mehr gültig oder er hat es nicht mehr geschafft, vorher genug Geld reinzulegen, um die Polizei zu "bestech.." als sie die Papiere forderte. Daraufhin wurde ihm der Schlüssel weggenommen und wir durften erstmal nicht mehr weiterfahren. 

Polizeikontrolle

Naja, zurück zum See.. die Fahrt war aufwendig, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Von oben gab es einen wunderbaren Ausblick. Und wir haben einen netten Mitarbeiter des Schulministeriums kennengelernt, von dessen Balkon man einen tolle Fotos schießen konnte:-)

Anschließend ging es runter zum See, natürlich wieder mit Streckengebühren und einer verpflichteten Lehrstunde zur Geschichte des Sees, die ich aber schon im Reiseführer gelesen hatte. Will euch jetzt aber nicht mit den Einzelheiten langweilen:-) Als Spende habe ich dann sogar 10GHC springen lassen, da mir versprochen wurde, ich könne mit dem traditonellen Fischer-"Holz" auf den See hinaus fahren. Leider musste ich wenig später, als wir beiden "Booten" waren, nochmal 15GHC bezahlen, dass ich es nutzen durfte für 20min. Naja, da ich es trotzdem gerne mal ausprobieren wollte, habe ich es bezahlt aber nicht ohne meinen Unmut darüber zu äußern, dass ich doch schon so viel für die Erhaltung des Ufers etc. gespendet hatte.

Bright am See

Die Erfahrung mit dem Holzbrett war schon sehr interessant, auch mit den ungewohnten Handpaddeln. Aber alles in allem auch sehr anstrengend und ich glaube, ich habe auch zu weit vorne gelegen, dass das Brett sehr instabil im Wasser lag und ich auch einmal gekentert bin. Aber die Wassertemperatur war unglaublich angenehm, nicht zu kalt und nicht zu warm.. etwas wärmer als die Temperatur in deutschen Freibädern und gar nicht zu vergleichen mit Schweden:-) Schwimmen hat also richtig Spaß gemacht und so einen See könnte ich mir auch gut in Deutschland vorstellen;-)

die Holzpaddel

Nach dem Ausflug zum See, der sich wirklich gelohnt hat, ging es wieder zurück nach Kumasi zum WM-Quali-Spiel. Dazu mehr morgen...

naturreservat

Montag, 09.09.2013

Am nächsten Morgen ging es ganz früh Richtung Kumasi. Wobei wir uns überlegt haben, vorher noch in ein Naturreservat zu fahren. Dieses ist vor allem bekannt wegen der vielen Vögel besonders in den Wintermonaten. Außer Affen und Antilopen gibt es sonst dort weniger kaum andere Tiere. Dennoch haben wir uns entschlossen einen Abstecher dorthin zu machen, das es quasi auf dem Weg liegt.

Antilopen haben wir leider nicht erspähen können, dafür aber viele Affen, die jedoch schwer auszumachen sind, da sie sehr scheu sind und flüchten, wenn man sich Ihnen nähert.Nach gefühlt einer Stunde haben wir dennoch das eine oder andere schöne Bild machen können:-)

sitzend

Anschließend konnten wir uns auf den Weg "durch den Dschungel" machen. Wobei es schon einen Trampelpfad gab, also wirklich mit Machete etc. wie man sich das so vorstellt, war es leider nicht:-)

Auf dem Weg konnten wir viele Schmetterlinge und auch eine ziemliche seltene Spinne entdecken.

Danach sind wir über die Pipeline, die Kumasi mit frischem Wasser vom Stausee versorgt (wenn ich das richtig verstanden habe), zur Kathredrale gelaufen, ein Ort der von Bambusbäumen umgeben. Der Name ergab sich durch die Stellung der Äste der Bäume zueinander, die, wie in einer Kathedrale, diese typische gothische Art von Dach bildeten. Auf den Bildern wird das vielleicht deutlicher:-)

  der Staudamm Die Kathedrale

 

Im Anschluss daran ging es dann zum Staudamm auf der anderen Seite. Von dort hatte man eine tolle Aussicht. Zudem gab es dort auch endlich mal Vögel zu bewundern. Wobei ich mich an den Namen nicht mehr genau erinnern kann, aber ist, glaube ich, auch nicht ganz so relevant:-)

Staudamm mit einem Wood... Vogel:-) Aussicht vom Staudamm Fischerboote

 

 

Kurzfassung

Montag, 09.09.2013

Da ich die letzten Tage relativ viel gemacht habe, und ich euch nicht zutexten will, gibt es jetzt jeweils nur eine Kurzform mit ein paar Bildern.

Auf dem Weg nach Kentampo:

Auf dem Weg zurück nach Ntotroso habe ich mich mit Bright und Julia, die neue freiwillige Lehrerin an Siggi´s Schule in Ntotroso, bei den Kentampo Waterfalls getroffen. Hier ein paar Bilder der Waterfalls und der Umgebung:

 

 

Anschließend ging es dann zurück nach Ntotroso in einem Taxi mit Erdgas-antrieb und das, obwohl Sprit hier vergleichsweise sehr günstig ist. Es gibt also auch ökologisch denkende Ghanaer:-)

Leider hat die Schule noch nicht wieder begonnen, weshalb ich keinen Unterricht geben konnte. Letztlich war ich dann auch nur einen vollen Tag in Ntotroso und wollte mir die Goldmine von Newmont anschauen.

  Leider kam ich nicht dazu, mir das Gelände anzuschauen, da ich keinen Besucherausweis bekommen konnte.   Sicherheit wird hier groß geschrieben, anders ist die Aufschrift auf dem Schild beim Verlassen des Geländes nicht zuerklären:-) Allerdings stimmt das nicht ganz. Unser Taxifahrer lernt hier gerade fahren, sein Mein erster Affe hier in Ghana, ganz hinten rechts auf der Ladefläche, leider war die Kamera zu spät draußen..   Dame. in Ntotroso ein beliebtes Spiel 

 

Am Abend ging es dann zu Brights größeren Familie (Tanten, Oma, Uroma etc.). Dort war es sehr angenehm, wobei die Verständigung teilweise etwas schwierig war aufgrund der Sprachbarriere. Aber Brights Ur-Oma ist wohl 120 Jahre alt, zumindest laut Bright.

 

Einer von Brights Cousins ist Producer einer Radioshow und da mich mal interessiert hat, wie eine Radiostation in Ghana aufgebaut ist, habe ich ihn einfach gefragt, ob es die Möglichkeit gäbe noch eben dort vorbeizuschauen. Nach einem Anruf bei seinem Manager und der Benachrichtigung der Security-Men der Radiostation haben wir uns dann auf den Weg dorthin gemacht. Aber anstatt uns das Ganze nur anzuschauen, sollten wir direkt aktiv werden. Vorher wurden wir natürlich instruiert, das wir uns kurz vorstellen sollen und warum wir da sind. Nämlich, dass wir "Unity Fm 106.5" im Radio gehört haben, es so toll fanden und deswegen jetzt hier sind, und das wir Unity FM 106.5 lieben. Überraschenderweise hat uns der Moderator dann in der Liveshow spontan noch andere Dinge gefragt, was ehrlich gesagt nicht so ganz nach meinem Geschmack war:-) Naja, aber auch da haben wir uns dann durchgewurschelt. Julia etwas besser als ich, da sie die Fragen bei mir schon gehört hat und sich demnach besser vorbereiten konnte:-) Nach der Show wurden, wie immer eigentlich hier in Ghana, noch die Kontaktdaten ausgetauscht. Wobei uns der Moderator seitdem mit anrufen etwas genervt hat. Als Fazit zur Sendung: Letztlich vergleichbar mit Deutschland, wobei der Sender-Jingle viel häufiger eingespielt wird, sich sehr viel um Gott dreht und insgesamt auch sehr viel von Liebe etc. gepredigt wird:-)

 

Yeboah, der Moderator. Stehend Vincent, der Produzent

 

unterwegs

Freitag, 06.09.2013

Ich bin gerade unterwegs in Kumasi und habe meinen Laptop mit nicht. Daher gibt es erst wieder was, wenn ich zurück bin, also ab sonntag oder montag. Nur soviel vorweg:

Ntrotroso, Brights Familie, ich im Radio, Naturreservat, Kumasi, Hotel der Ghanaischen Nationalmannschaft in Kumasi plus Fotos mit Comedians, am größten See in Ghana, entscheidendes WM-Quali Spiel gegen Sambia und Nachtszene in Kumasi...

Interviews und Inspektion der Küchen

Donnerstag, 29.08.2013

Anbei die Beschreibung der Auswahl eines Caterers für die Krankenhaus-Kantine.

Nachdem wir die Unterlagen alle gesichtet haben, konnten wir direkt einige Kandidaten aussortieren, die nicht die erforderlichen Unterlagen abgegeben haben. Leider gab es eigentlich nur einen Kandidaten der alle Unterlagen abgegeben hat, aber dadurch, das in der Ausschreibung nur von einem "proposal" gesprochen wurde, haben wir uns entschieden, letztlich all die Kandidaten weiter zu lassen, die zumindest ihr Proposal unterschrieben haben, einen Firmennamen haben und ihre Telefonnummer sowie Adresse angegeben haben:-).

Anschließend haben wir anhand eines ausgeklügelten Score-Systems die Proposals ein weiteres Mal gesichtet und jeder hat anhand verschiedener Kriterien eine Punktezahl vergeben und ein Durchschnitt über alle Panelmitglieder gebildet. Am Ende sind die Kandidaten weitergekommen, die in der Gesamtzahl einen Score von über 25 Punkten hatte. Das waren letztlich 4 Kandidaten, die sich anschließend bei uns persönlich vorstellen durften. Unten sieht man einige Bilder der Interviewrunde.

 

Begrüßung und Einweisung der Kandidaten

  Das Kommitee bei den Interviews

 

In der Interviewrunde, die leider nur ca. 15-20min pro Kandidaten dauert, musste jeder von uns Fragen stellen, was gar nicht so einfach war, da ich leider zugeben musste, dass ich mich jetzt nicht extra darauf vorbereitet hatte. Zum Glück konnte ich spontan doch ein paar gute Fragen aus dem Hut zaubern:-).

Für alle Vier Kandidaten stand am Montag dann eine Inspektion der Küche an.

 

Fahrt zu den Inspektionen

 

 

Restaurant 1: Speedlink. Etwas außerhalb, aber sehr schön. und auch nette Sitzgelegenheit im Außenbereich. Die Besitzerin hat wohl einige dieser Restaurants in ganz Ghana verteilt.

Das erste RestaurantDer Konferenzraum.. die Stühle erinnern mich ein wenig an die Uni:-)  Küche und Küchencrew

Fazit:

sehr gut ausgestattenes Restaurant, sehr schön, nette Besitzerin und gut geschultes Personal, zudem sehr sauber. Küche geräumig und sauber und technisch gut ausgestattet.

 

Die zweite Kandidatin mit ihrem Restaurant: Enesta Restaurant. Eine sehr liebenswerte Dame und meiner Meinung nach auch ein schönes Restaurant auch wenn es etwas unkonventionell ist. Schade ist, dass ich das Restaurant niemals gefunden hätte obwohl ich mindestens 3mal die Woche daran vorbei laufe. Es ist sehr zentral, direkt am Markt.. hat aber einen Eingang in einer kleinen Seitenstraße und befindet sich im ersten Stock. Das Problem ist, dass es keinerlei Schiler gibt, die sagen, dass sich dort ein Restaurant befindet. Als ich nach der Besichtigung mit ihr darüber gesprochen habe, meinte sie, dass es immer geklaut wird. Naja, das könnte daran liegen, dass in unmittelbarer Nähe ein anderes Restaurant lieg. Nichts desto trotz ist es sehr gemütlich und hat irgendwie seinen eigenen Charme.. nur dafür sollten halt auch ein paar Gäste kommen... 

Das zweite Restaurant... erstaunlich viiiiel Platz

 

aber schöner Boden Befragung der Leiterin Zubereitung der Speisen mit Kohle

Fazit:

schönes Restaurant allerdings nicht hundert prozentig sauber. Im großen "Speiseraum" kann man ganz hinten in der Ecke ein paar Stühle sehen, die da einfach nur hingeschmissen wurden und auf denen sich schon Spinnennetze gebildet haben. Zudem liegen dort auch noch andere Sachen rum. Die Küche ist leider sehr klein und es wird hier noch mit Kohle gekocht. Brandschutz ist auch so eine Sache. Letztlich wirkt es auch nicht so klar strukturiert wie das erste Restaurant. Man sollte den vielen Platz, den man für die Gäste hat, vielleicht ein wenig einschränken und die Küche etwas vergrößern und modernisieren. Frage ist nur, wie finanzieren ohne Gäste.

Das dritte Restaurant, von dem ich anfangs eigentlich einen sehr guten Eindruck hatte. Allerdings war ich persönlich ein wenig entäuscht, weil es mehr nach einem Pizzataxi aussah als ein richtiges Restaurant. Und es roch ein wenig nach Keller im Gästebereich, so als würde selten gelüftet werden.

 

Restaurant bzw. Caterer Nr. 3

zwei Küchenräume in einem seperaten Gebäude

 

Fazit:

Insgesamt eigentlich sehr aufgeräumt, Hygienisch in Ordnung, allerdings seltsam, dass man, um die "Küche" zu erreichen, erst wieder ins freie muss. Zum Glück regnet es hier nicht so häufig.

 

Das letzte Restaurant:

Erstaunlicherweise befindet sich das Restaurant sogar auf Klinikgelände und wird eher wenig frequentiert. Zudem habe ich schon von ein paar Seiten gehört, dass das Essen dort nicht gut schmecken soll. Die Küche befindet sich allerdings im Haus der Besitzerin, die über ein großes Grundstück verfügt. Also ging unsere Reise dorthin. Leider konnten wir die Küche aber nicht besichtigen, da sie nicht vorbereitet waren. Daher konnte im Prinzip davon ausgegangen werden, dass sie nicht sehr sauber ist. Der äußere Eindruck lässt eine ähnliche Schlussfolgerung zu. Auf dem Gelände laufen Ziegen rum. Gewaschene Schüsseln liegen oder stehen draußen auf der Erde. In einer Schüssel mit geschnittenen Zwieblen befinden sich Fliegen. Und auf dem Boden in der Küche befindet sich Müll.

die vierte Kandidatin besitzt schon ein kleines Restaurant auf dem Klinikgelände... sie kocht aber bei sich zu Hause

 

   gewaschene Schüsseln stehen draußen, man beachte die Ziegen

  Beratung der Gruppe Die Küche des vierten Caterers... vor der Küche steht eine Tonne mit einer Schüssel in der geschittene Zwiebeln liegen.. einige Fliegen machen sich schon darüber her

 

Fazit: Insgesamt wirkt es nicht sehr hygienisch. Dadurch, dass wir aber keine Besichtigung durchführen konnten, haben wir auch keine Punkte dafür vergeben.

 

Nach der Besichtigung haben wir uns noch einmal abschließend gesprochen, die Durchschnittspunkte ermittelt und einen Final-Report mit einer Empfehlung geschrieben, der nun dem Board des Krankenhauses vorliegt.

Bei all den ganzen Meetings gab es glücklicherweise auch immer Lunch für alle. An den ersten Tagen habe ich mir immer etwas ghanaisches bestellt. Montag wollte ich dann mal Pizza probieren, statt einer Magharita kam aber dann eine Gemüsepizza. Ich glaube, sie wussten gar nicht, wie eine Magharita aussieht oder es war ihnen zu langweilig und sie dachten, da muss doch irgendwas fehlen.

Am Dienstag, dem finalen Treffen, habe ich dann mal Spaghetti Bolognese bestellt. Und auch diese kam eigentlich nur mit Gemüse und weniger mit Fleisch, und das obwohl ich in dem gleichen Restaurant am ersten Abend in Tamale schon Spaghetti Bolognese gegessen habe, die etwas mehr nach Spaghetti Bolognese aussah.

Zudem habe ich extra Löffel und Gabel bestellt. Leider kam sie dann nur mit Löffel.. Gar nicht so einfach, die Spaghetti so zu essen... Zum Glück konnte ich mir wenig später von Tanko eine Gabel leihen.. Ansonsten ist das hier nämlich relativ schwierig, da hier eigentlich alles mit der Hand gegessen wird.

Gemüse spaghetti mit Löffel

Wochenende plus Hochzeit

Donnerstag, 29.08.2013

Letztes Wochenende war wirklich ganz gut:-)

Freitag Abend den Dortmunder Arbeitssieg verfolgt und abends noch ein wenig durch die Stadt gelaufen. Samstag dann wie schon erzählt erneuter Schwimm-tag mit Tanko und Joe und drei Mädels plus ein Dutzend andere. War sehr witzig und für mich auch lehrreich.

Auf dem Rückweg bin ich dann noch zu ein paar Freunden gefahren, die in der Nähe wohnen und haben ein wenig FIFA gespielt. Anschließend haben wir draußen in der Dämmerung wieder diesen "grünen Tee" getrunken, an dessen Namen ich mich schon wieder nicht erinnern kann, und sehr durchgegarte Fleischhäppchen gegessen. Spontan wurde ich dann noch auf einen Junggesellenabschied und auf die darauffolgende Hochzeit am Sonntag eingeladen. Meine erste ghanaische Hochzeit, wobei es sich um eine Hochzeit nach muslimischen Brauch handeln würde.

Zum Junggesellenabschied konnte ich leider nicht gehen, da ich schon verabredet war für die rooftop Bar. Insgesamt sehr schade, da wohl zu der Junggesellenparty ganz viele Single-Frauen eingeladen werden, ich glaube ich hätte einfach zu gerne gesehen, wie Ghanaer einen Junggesellenabschied feiern.. Muss aber wohl ganz gut gewesen sein, ohne dass ich nach näheren Details gefragt habe. Aber zum Glück ist es eine sehr große Familie (der Bräutigam hat 31 Geschwister), vielleicht bekomme ich ja nochmal die Gelegenheit dazu;-) 

Nach dem Tee ging es dann kurz nach Hause, fertig machen und dann zur rooftop Bar (leider habe ich auch vergessen, wie sie heißt). Es war jedenfalls sehr schön dort. Relativ voll und eine tolle Stimmung. Auch wenn ich anfangs ein wenig Angst davor hatte, als einziger "Weißer" auf der Tanzfläche zu stehen bzw., zu tanzen, da ich mir sicher war, irgendwie doch im Mittelpunkt zu stehen. Naja, zum Glück waren außer mir auch noch ein paar andere "Weiße" da, die wohl die gleiche Sorge wie ich hatten und sich dann, nachdem ich die ersten zwei Lieder alleine "durchgestanden" habe, auch getraut haben:-).

Am nächsten Tag ging es dann zur Hochzeit. Samstag wurde mir noch extra gesagt, ich solle nicht erst um 8:30am da sein, sondern schon um 8:00am. Also habe ich mich natürlich bemüht und war um 8:00am dort. Naja, letztlich dauerte es dann bis halb 10, bis wir dann endlich zur Moschee aufgebrochen sind:-) So lange konnte ich mich dann in Ruhe umsehen und die Gäste auf der Hochzeit kennenlernen und meine ganzen Fragen loswerden. Insgesamt war es eine sehr große Hochzeit mit mehreren Hundert Gästen geschätzt.

 

Ich in meiner neuen Kluft und einige der Brüder des Bräutigams bzw. Fifa-Spieler:-)

 

 

Eine große Anzahl an Frauen hat sich um die Zubereitung der Speisen für nachmittags gekümmert, die dann in Aufbewahrungsboxen verladen wurde. Die Männer machten sich dann eben ab halb 10 auf den Weg zur Moschee, da nur die Männer dieser Zeremonie beiwohnen dürfen. Die Familie der Frau ist auch anwesend und dort übergibt der Bräutigam auch Geld an die Familie der Frau.

Zubereitung der Speisen.. ziemlich in der Mitte sieht man die gestapelten Aufbewahrungsboxen..   Die Männer auf dem Weg zur Moschee. Es wurde extra ein zusätzlicher Bus gechartert

 

 

Insgesamt sehr interessant, allerdings war ich selbst nur sehr kurz in der Moschee. Zum einen haben sich ca. 2/3 der Gäste draußen aufgehalten und zum anderen muss ich zugeben, war es nicht sehr gemütlich in der Moschee und sprachlich habe ich natürlich auch nichts verstanden.

Hochzeit an der kleinen MoscheeIn der Moschee... die ganze Zeit ist bei der Hochzeit der Kameramann rumgelaufen:-)

Nach der Zeremonie in der Moschee ging es dann wieder zurück zur Familienresidenz wo dann in Ruhe die Speisen gegessen wurden die am Vormittag noch liebevoll zubereiet wurden. In der Zwischenzeit wurde schon wieder weiteres Essen für den späten Nachmittag zubereitet. Ich habe mich allerdings wie viele andere am Nachmittag erstmal verabschiedet um mich ein wenig auszuruhen und eine Bewerbung für einen Freund fertig zu machen.

Essen mittagsDas Essen: typisch Reis mit Fleisch und einer SoßeHier ist es gar nicht so selten, dass einige alte Autofelgen werden als Grill verwendetwollten unbedingt fotografiert werdenAbfahrt zur Partylocation

Abends fand dann noch das große Dinner und die Party statt. Insgesamt ist das eigentlich vergleichbar mit der "typischen" Hochzeitsfeier in Deutschland. Nur das für die Moderation extra ein "MC" angestellt wurde, der durch das Programm, das glücklicherweise in englisch war, geführt hat.

Das Dinner auf einem HotelgrundstückDer Tisch des Hochzeitspaars

Das Dinner war sehr lecker und die Party war sehr gut, allerdings gab es immer nur kurze Tanzmöglichkeiten und auch immer nur für spezielle Gruppen, die Familie der Braut, die Familie des Bräutigams, die Geschwister der Braut, die Geschwister des Bräutigams, die Freunde aus Accra und aus Kumasi etc. Leider habe ich zu spät verstanden, dass ich als "Bruder" des Bräutigams hätte mit nach vorne kommen sollen. denn hier sind alle wohl "brothers and sisters". Naja, egal. Zwischendurch hat dann immer wieder irgendwer gesprochen, hauptsächlich der Chairman der Veranstaltung der ein Onkel des Bräutigams war und wohl relativ viel Geld hat.

Das DinnerMein EssenEine sehr nette Dame und die zerkleinerte Hochzeitstorte

 

Festzuhalten gibt es:

- dass die Hochzeit in Ghana meist über das ganze Wochenden geht (und damit meine ich wirklich das GANZE Wochenende

- dass sehr viel gegessen wird

- dass die Familien hier teilweise überdimensional groß sind

- dass sehr viel getanzt wird

- und dass Ghanaer sehr gastfreundschaftlich sind!

 

Ein wenig gewundert hat mich, dass ich nichts davon mitbekommen habe, dass die Hochzeit auch amtlich irgendwo festgehalten wurde. Das mag wahrscheilnich daran liegen, dass eh nur ca. 25% der Ghanaer einen Pass haben. Aber ich muss mich da nochmal informieren.

wichtige Entscheidung für Ghana

Donnerstag, 29.08.2013

Heute wird im Büro nicht so sehr gearbeitet wie sonst, wobei richtig arbeiten hier auch nicht vergleichbar ist mit Deutschland.. Generell geht hier alles sehr viel ruhiger und langsamer vonstatten als in Deutschland, was natürlich auch sehr angenehm sein kann. Wenn man aber etwas dringend braucht, kann es schon etwas stören, wobei man auch das gut geregelt bekommt, sofern man es eben deutlich macht.

Naja, heute gibt es die Entscheidung im Supreme Court über die Zulässigkeit der Präsidentschaftswahl. Über mindestens einen Monat (das ist die Zeit in der ich es mitbekommen habe) wird verhandelt, ob der aktuelle Präsident im Amt bleiben kann oder ob es eine Neuwahl geben muss. In dem Wahlprozess, ca. ein halbes Jahr her, hat es Unregelmäßigkeiten gegeben und nicht alle Stimmen wurden richtig gewertet. Letztlich stellt sich wohl die Frage, ob es eine systemathische Verschiebung der Wahl gab oder ob es sich nur vereinzelt um Fehler im Ablauf handelte.

Da heute die Entscheidung des Supreme Court aussteht, patroulliert die Polizei bewaffnet in der ganzen Stadt und sehr wahrscheinlich auch im ganze Land um die Sicherheit zu gewährleisten. Auch am Krankenhaus sind einige Polizeikräfte positioniert, ich schätze so um die 8.

Schon in den letzten Tagen sind immer wieder mal Einsatzfahrzeuge des Militärs durch die Stadt gefahren um Präsenz zu zeigen und um Unruheherde zu verhindern. Wobei ich aber sagen muss, dass es hier insgesamt sehr friedlich ist und ich auch nicht glaube, dass hier irgendwas geschehen könnte in Folge auf die Entscheidung des Supreme Courts.

Ich bin mal gespannt, wie die Entscheidung letztlich ausfällt, allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass ich nicht einschätzen kann, in wie weit im Supreme Court der menschliche Faktor eine Rolle spielt, da Ghana leider nicht ganz frei ist von monetärer Beeinflussung.

Wie auch immer, fast alle sitzen inzwischen vor einem Radio oder im "Rudel" vor dem Fernseher und wartet die Entscheidung ab.

 

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Inzwischen ist die Entscheidung gefallen. Der aktuelle Präsident bleibt im Amt. Und scheinbar scheinen fast alle im Krankenhaus damit sehr zufrieden zu sein. Ich gehe auch nicht davon aus, dass es zu Unruhen kommen wird.

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